GIBT DIR DAS LEBEN EINE ZITRONE MACH LIMONADE DARAUS!

Trotz aktueller Lage positiv denken
 

Wahrscheinlich könnt ihr es schon nicht mehr hören: „Sieh doch auch mal das Positive an der Situation!“ Wer soll denn so isoliert und gelangweilt noch positiv denken? Während manche sich schon total daran gewöhnt haben, ja schon fast wieder Angst vor der Rückkehr in die Normalität haben, liegen bei den anderen die Nerven blank. Die einen haben weniger Arbeit als je zuvor und sind von Boreout und existenziellen Ängsten geplagt, während die anderen in To-Do’s versinken. Und nebenbei fehlt leider eine ganz wichtige Quelle positiver Emotionen, soziale Unterstützung und unser soziales Netzwerk. Feststeht, wenn wir nicht aktiv dagegen angehen, sinkt die Stimmung bei vielen mit jedem Tag tiefer.


Das Problem der aktuellen Lage

Jegliche Motivation zu Sport oder Lernen fehlt, selbst Netflix wird öde und die Sorge vor einer nie endenden Isolation nimmt Überhand? Gerade soziale Unterstützung ist unglaublich wichtig für unsere psychische wie auch körperliche Gesundheit. Das merken wir vor allem in der aktuellen Situation. Mit Freunden und Familie können wir uns ablenken, wenn es uns schlecht geht. Wir können zusammen die Seele baumeln lassen, wir bekommen Rat und können einfach lachen und schöne Dinge erleben. Wie sollen wir jetzt mit unsicheren Zukunftsplänen, abgesagten Events und leeren Supermarktregalen fertig werden, wenn wir uns nicht mal ablenken und richtig trösten lassen können?


Warum fühlen wir, wie wir uns fühlen?

Wir wollen doch alle nur das eine, den Sinn sehen in allem, was um uns herum passiert. Wir wollen aus jedem Ereignis Schlussfolgerungen für unser eigenes Leben ziehen und verstehen, was Situationen für uns bedeuten. Gerade jetzt ist das allerdings gar nicht so einfach. Dabei verhilft uns dieser „Kohärenzsinn“ nachweislich zu mehr Widerstandskraft und gibt uns Gelassenheit und Kreativität. Also los! Mit den folgenden Tipps und Tricks wirst du jede Menge Anregung für deinen persönlichen Glücklich-trotz-Corona-Plan bekommen.


Mache dir bewusst, was du mehr hast: Zeit

Corona hat unsere Zeitplanung komplett über den Haufen geworfen. Wir fahren weder zur Arbeit, noch zum Shoppen und schon gar nicht in den Urlaub. Das heißt: Wir sparen eine Unmenge an Zeit. Führe dir einmal vor Augen, wie viel Zeit du tatsächlich jeden Tag sparst: All die Fahrten mit den Öffis, die Staus und das Ausgebremstwerden in überfüllten Fußgängerzonen. Alles gewonnene Zeit. 

Setze sie zum Beispiel ein für:

Ewig nach hinten Verschobenes: Steuererklärung, Geburtstagskalender erstellen, Briefe schreiben, die Lampe im Bad reparieren, Dekorieren – dir wird schon etwas einfallen.

Dich selbst. Einigen graut es bei der Vorstellung, Zeit mit sich selbst zu verbringen. Aber dieser „Psycho-Kram“ tut Körper und Geist gut und kann ganz unterschiedlich aussehen. Vielleicht hast du Lust auf ein wenig Reflektion. Was könnten verspätete Vorsätze für 2020 sein? Vielleicht willst du endlich wieder mehr Sport machen? Nie hat sich das mehr angeboten als jetzt: Es gibt aktuell ein tolles Angebot an kostenlosen Online-Workouts, z.B. hier: https://wellyou.eu/kursplanonlineworkouts.


Die Stille nach dem Sturm

Alles ist ruhiger geworden, die Straßen sind oft menschenleer. Corona hat uns Entschleunigung beschert. Viel weniger Hektik, weil alle Leute für den Abstand einen Gang runtergeschaltet haben oder zu Hause bleiben. Der Alexanderplatz sieht auf einmal ganz anders aus, es ist ein Café zu entdecken, das vorher stets von Menschentrauben verdeckt war. Die Vögel zwitschern gefühlt lauter und wir nehmen bewusst wahr, wie die Blumen anfangen an zu blühen. Diese Ruhe und die gedrosselte Geschwindigkeit tun unserer Gesundheit gut, lassen uns Zeit für kreative Einfälle und achtsamere Wahrnehmung. Wie oft haben wir uns darüber aufgeregt, morgens in der engen und dunklen U-Bahn eingepfercht zu sein oder ständig von Fußgängern angerempelt und von Radfahrern angeklingelt zu werden. Durch die Ruhe und Langsamkeit draußen, stellt sich auch die Ruhe im Kopf leichter ein. Vielleicht fällt auch auf, dass das Essen zuhause eine Wohltat für Körper und Seele sein kann. In Ruhe zu essen wirkt zudem Wunder in Punkto Verdauung.


Veränderung von außen – DIE Chance zu Veränderung von innen

Wann immer wir mit unvorhergesehenen und unfreiwilligen Veränderungen von außen konfrontiert sind, ist die beste Gelegenheit uns auch persönlich zu ändern und zu entwickeln. So können wir durch Corona lernen, uns selbst Struktur und Halt im Leben zu geben. Eine klare Zeitplanung gibt uns das Gefühl von Kontrolle, was gut für unsere psychische Gesundheit ist. Zudem motiviert es, fördert unsere Konzentration und verhindert, dass die Tage verschwimmen.


Back to the roots: Strukturen schaffen von Hand

Ein wahres Wundermittel ist, Ziele und Pläne von Hand zu schreiben. Das aktiviert mehr Gehirnregionen als Tippen, sodass geschriebene Inhalte viel besser erinnert und im Gehirn verknüpft werden. Das Unterbewusstsein beginnt so schon an Ideen zu arbeiten, während du noch am Planen bist. Also, back to the roots, und her mit Zettel und Stift. Wichtig: Abhaken nicht vergessen. Das macht deine Fortschritte sichtbar und ist eine positive Verstärkung, die wir so sehr brauchen. Neben Zielen und festen Start- und Pausenzeiten bei der Arbeit solltest du dir auch positive Freizeitaktivitäten ganz bewusst einplanen. Ein besonders leckeres Abendessen, ein guter Film, eine neue Route beim Joggen – An Positives zu denken, bevor es überhaupt eintritt, macht uns schon vorher glücklich und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis eintritt.


Physische Distanz: ja – soziale Isolation: nein

Erinnerst du dich eigentlich noch an FOMO (fear of missing out)? Genau – diese blöde und oft unnötige Angst, etwas zu verpassen. So eine lange Zeit wie jetzt, waren viele von uns sicher noch nie FOMO-frei. Endlich können wir es genießen, in den eigenen vier Wänden zu sein, zu faulenzen, im eigenen Rhythmus Sport zu machen und nicht ständig Small-Talk führen zu müssen. Wenn dann doch irgendwann dieses nagende Gefühl der Einsamkeit aufkommt, bitte aber nicht unterschätzen.

Um hier Abhilfe zu schaffen und Freunde, Familie und Kollegen nicht nur hören, sondern auch sehen zu können, haben sich Zoom und Co. die letzten Monate richtig ins Zeug gelegt. Wenn das ewige Reden bei all den Video-Calls aber über den Kopf wächst, solltet ihr stattdessen mal wieder was zusammen „unternehmen“: Online Gesellschaftsspiele wie Skribbl, Escape-Rooms oder Stadt-Land-Fluss bieten sich dafür an. Auch über Video-Call zusammen mit Mama ihr leckerstes Rezept kochen oder einfach zusammen frühstücken sind fast so schön wie normalerweise auch.

 

 

 

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